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ADOLF FROHNER

1934 geboren in Groß-Inzersdorf, Niederösterreich
2007 gestorben in Wien

Adolf Frohner Adolf Frohner
Adolf Frohner im Atelier, Dezember 2006
Foto:© ST/A/R – Wladimir Jaremenko Tolstoj, 2007
Raupenfresser und Schmetterlingsscheißer, 1993
Öl auf Leinwand
200 x 340 cm


Persönliche Daten

1954 Gasthörer an der Akademie der bildenden Künste in Wien, als Künstler Autodidakt
ab 1959 als Kunstkritiker tätig
ab 1961 freischaffender Maler, Grafiker, Bildhauer
1972 Berufung als Professor für Aktzeichnen an der Hochschule für
angewandte Kunst in Wien
Österreichischer Staatspreis für Grafik
ab 1985 Leitung der Meisterklasse für Malerei
1989-1991 Prorektor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien
1996-1999 Prorektor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien
1999 Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst erster Klasse
2000-2004 Institutsvorstand am Institut für bildende Kunst an der Universität für angewandte Kunst
2007 Eröffnung des Forum Frohner in Krems, Niederösterreich


Zum Werk

Begeistert von den „Nouveaux Realistes“ 1 während einem Parisaufenthalt 1961, entschließt sich der Autodidakt Adolf Frohner als freischaffender Künstler zu arbeiten. Ein Jahr später begründet er gemeinsam mit Hermann Nitsch und Otto Mühl den Wiener Aktionismus, von dem er sich bald wieder abwendet.

Nach einer Phase von Materialbildern, widmet er sich in den 1970er Jahren vor allem der Zeichnung: „Seine Bilder leben in dieser Phase von der Kraft der Linie, nicht von der Farbe. Sie werden von weiblichen Figuren beherrscht, aber die weiblichen Figuren werden ihrerseits von der Linie beherrscht. Sie werden von ihr in gleichem Maße an die Fläche gefesselt, wie sie selbst die Darstellung von Fesselung und Folterung sind. Die Linie treibt ein grausames Spiel mit den Figuren, schnürt sie ein, hängt sie auf, schneidet sie in Stücke. Die Befreiung kommt erst durch den Einzug der Farbe ins Bild.“ 2

McCarthy

Abschied, 1972
Collage, Graphit und Öl auf Leinwand
150 x 100 cm


Ab den 80er Jahren steht die Malerei im Vordergrund seines Schaffens. Das zentrale Sujet bleibt bis zuletzt der menschliche Körper und alles was mit ihm in Verbindung steht – vom sinnlichen Frauenakt bis hin zu Verletzung, Tod und Verfall des Leibes. Neben einer Vorliebe für die Farbe Rot, kehrt in den 90er Jahren der Schmetterling als Motiv in seine Bildwelt ein – ein Sinnbild ständiger Metamorphose.

Neben den Zeichnungen und Malereien ist Frohner immer auch als Bildhauer tätig:
„Trotzdem ich einige Male zu internationalen Biennalen als Maler geschickt wurde, als Maler gelte, eine Klasse für Malerei leite, bezeichne ich mich auch als Bildhauer. Das Wort Bildhauer hat etwas Gewalttätiges, das reizt mich; wie arm klingt Plastiker daneben.“ (Adolf Frohner) 3

Als Beispiel für Frohners bildhauerisches Werk sei die 40 Meter lange Kunstwand „Circa 55 Schritte durch ‚Europa’“ (1993) in der U3-Station Westbahnhof in Wien genannt.

1) Nouveaux Réalistes (frz: „Neue Realisten”), von dem französischen Kunstkritiker Pierre Restany 1960 geprägter Begriff für die Vertreter des Nouveau Réalisme, die unter Rückgriff auf Ideen des Dadaismus durch Installation und Verfremdung realer Objekte neue Wahrnehmungsweisen von Kunst und Wirklichkeit anstrebten.
Aus: Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2008, http://de.encarta.msn.com © 1997-2008 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
2) Wieland Schmied in: "Adolf Frohner – Wieder Malerei", Ausst.-Kat., Harenberg City-Center Dortmund, Dortmund, 1996, S. 84.
3) Ebd., S. 187.


Silvia Köpf


Ausstellungsbeteiligungen im Essl Museum

2010 CORSO. WERKE DER SAMMLUNG ESSL IM DIALOG
2008/2009 Meisterwerke der Sammlung Essl, Sammlung Essl im Schömer-Haus, Klosterneuburg/Wien
2008 KOMPLEX. Österreichische Gegenwartskunst aus der Sammlung Essl in Klosterneuburg / Wien, Museum am Ostwall, Dortmund
2007 PASSION FOR ART – 35 Jahre Sammlung Essl
2006 Österreich: 1900 - 2000. Konfrontationen und Kontinuitäten
2004 PERMANENT 04
2003 MENSCHENBILDER - FRONIUS ZU EHREN, Sammlung Essl im Schömer-Haus
2002 PERMANENT 02
2000 ÖSTERREICHISCHE MALEREI DER ACHTZIGER JAHRE
Gallery Klovicévi Dvori, Zagreb
1999 SAMMLUNG ESSL - the first view
1998 Umbruch - Kunst der 60er Jahre aus der Sammlung Essl
1997 Utopie und Weltschmerz - Arbeiten auf Papier, Sammlung Essl im Schömer-Haus
1996 MALEREI IN ÖSTERREICH 1945-1995. Die Sammlung Essl, Künstlerhaus Wien
1990 JAHRZEHNT DER MALEREI. ÖSTERREICH 1980 BIS 1990. Sammlung Essl, Kunstforum Wien


Weblink

www.forum-frohner.at >>


Weiterführende Literatur zu diesem Künstler finden Sie in der Bibliothek >> des Essl Museums.
updated: 30.05.2011