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NEUANKÄUFE DER SAMMLUNG ESSL: ANSELM REYLE
Neuhängung im Foyer

Anselm Reyle, geboren 1970 in Tübingen, Deutschland
Studium an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart
und an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Karlsruhe
Professur für Malerei/Zeichnen, Hochschule für Bildende Künste Hamburg


Anselm Reyle nutzt Fundstücke, die er in einen neuen Zusammenhang stellt. Er verwendet für seine Arbeiten Folien aus Schaufensterdekorationen, Farbpasten, Autolacke, Zivilisationsmüll aus dem urbanen Raum, Glanzfolien, Reste von Neonröhren, Bau- und Elektroschrott. Es geht ihm um das Aufspüren des bildungsbürgerlichen Geschmackskonsenses - und das lustvolle Überschreiten von ästhetischen Normen. Seit dem Jahr 2001 arbeitet Reyle mit seinem Assistententeam in einem 2.000 qm großen Atelier in Berlin Kreuzberg zusammen. Ähnlich wie im Studio des Künstlerkollegen Olafur Eliasson arbeiten in seinem Atelierbetrieb viele Handwerker, sowie Techniker und Ingenieure.

Anselm Reyle
Anselm Reyle

In seinen jüngsten Arbeiten bezieht sich Reyle als Vorlage für seine Arbeiten auf das „Malen nach Zahlen“, eine von Kindern und Erwachsenen genutzte Form, ästhetische Vorbilder differenziert, aber genau nach Vorlage mit definierten Zahlen – Farbtonkombinationen nachzumalen. Die Motive, wie zum Beispiel ein liegendes Pferd oder ein Hundekopf, sind für Reyle dabei nicht wichtig, vielmehr sind sie so einfach gehalten, wie das Malen nach Anleitung es verlangt. Anselm Reyle lässt einzelne Zahlfelder frei und legt damit die Konstruktion dieser „Malerei“ offen, einzelne Felder werden auch mit Folien oder Spiegeln ausgefüllt. So entstehen Bilder, die in ihrer Motivik und Materialität an die Pop Art erinnern.

Berühmt geworden ist der Künstler mit seinen so genannten „foil paintings“.
Dabei setzt Reyle Objekte und Materialien in Plexiglasboxen, die er vorher mit farbiger oder glänzender Schaufensterfolie bespannt hat. Indem er diese Bilder in eine Box stellt, erhöht er deren skulpturalen und objekthaften Charakter und entfernt sich gleichzeitig von der Malerei. Dafür verwendet er auch Spiegel, Neonröhren, Silberfolie oder Lacke. Bürgerliche Wertmaßstäbe, Geschmack und Kitsch werden von Anselm Reyle in Frage gestellt.


Presseanfragen

Erwin Uhrmann (Leitung), uhrmann@essl.museum, +43 (0) 2243/370 50 60
Regina Holler-Strobl, holler-strobl@essl.museum, +43 (0) 2243/370 50 62
updated: 30.01.2012